Die 27. Schwangerschaftswoche (27. SSW)

„Welcher Monat ist es denn?“ Das fragen dich inzwischen bestimmt schon viele deiner Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und vielleicht sogar Fremde auf der Straße. Nun, ab der 27. Schwangerschaftswoche (SSW) neigt sich auch für dich als werdende Mama der siebte Monat langsam dem Ende zu.

Voller Spannung erwartest du nun die nächsten 13 Wochen, die dich jeden Tag ein Stückchen näher zu dem Augenblick bringen, in dem du dein Neugeborenes in den Armen hältst. Eine Schwangerschaft hat allerdings bekanntlich nicht nur gute und schöne Seiten, sondern auch manchmal beschwerliche und anstrengende.

Dazu zählen die ab der 27. Schwangerschaftswoche (SSW) weiterhin verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden, die selbstverständlich bei jeder Schwangeren individuell anders ausfallen. So verspürt die eine Frau andauernd Rückenschmerzen, wobei die andere mehr unter Sodbrennen leidet – beide Symptome sind typisch für die Spätschwangerschaft ab der 27. Schwangerschaftswoche (SSW) und für dich also kein Grund für größere Sorgen.


Eine Schwangerschaft ist ein natürlicher Prozess, auf den der weibliche Körper ausgerichtet ist. Nichtsdestotrotz gibt es von Frau zu Frau individuelle Unterschiede während der Schwangerschaft, die du vor allem beim Erfahrungsaustausch mit anderen werdenden Mamas oder (frischgebackenen) Müttern bemerken wirst.

Solange dein Frauenarzt regelmäßig deinen Gesundheitszustand und den deines ungeborenen Babys als positiv bewertet, ist deine Schwangerschaft vollkommen in Ordnung und du kannst sie soweit wie irgendwie möglich genießen. Bis zum Ende der 27. Schwangerschaftswoche (SSW) ist deshalb die Durchführung eines Antikörper-Suchtests zur Feststellung einer Rhesusunverträglichkeit und ein Test zur Feststellung von Schwangerschaftsdiabetes üblich.

Dein Baby ist genauso ein individuelles Lebewesen wie du es selbst bist, d.h. auch hier bieten bezüglich Kindsbewegungen, Entwicklung und Aussehen – sowohl vor der Geburt als auch danach – Vergleiche mit anderen ungeborenen Babys oder Neugeborenen keine verbindliche Orientierung, da die allgemeinen Größen- und Gewichtsangaben von Ungeborenen und Neugeborenen lediglich Durchschnittsangaben sind.

Solange dein Baby in deinem Bauch auf den Ultraschall-Bildern einen guten und gesunden Eindruck macht, dann kannst du unbesorgt bleiben und dich an der Entwicklung deines Babys bis zum Ende deiner Schwangerschaft und nach der Geburt erfreuen.

 

Veränderungen des Körpers ab der 27. SSW

Bei deinem Körper in der 27. Schwangerschaftswoche (SSW) finden Veränderungen dahingehend statt, dass einige Schwangerschaftsbeschwerden wieder auftreten und dich wohlmöglich bis zum Ende deiner Schwangerschaft begleiten werden.

Eine normale Begleiterscheinung deiner Schwangerschaft ist nach wie vor die stetige Gewichtszunahme, die inzwischen bei ca. 8 bis 11 Kilo liegen sollte und vor allem durch schwangerschaftstypische Wassereinlagerungen bedingt ist. Manchen Schwangeren passen dann vor allem abends nach viel Bewegung und Aktivität die Schuhe an den Füßen oder die Ringe an den Fingern nicht mehr.

Außerdem zählt das sogenannte Karpaltunnelsyndrom, welches vor allem durch die Wassereinlagerungen verursacht wird, ebenso zu den Beschwerden am Ende des zweiten Schwangerschaftstrimesters.

All diese Symptome lassen glücklicherweise nach der Geburt beinahe vollständig nach, so dass du dann unbeschwert die Zeit mit deinem Neugeborenen genießen kannst. Anstatt eigenständig Wassereinlagerungen mit Hausmittelchen oder entwässernden Maßnahmen zu behandeln, solltest du dich von deinem Arzt oder deiner Hebamme beraten lassen, wie du diese Beschwerden am besten lindern kannst.

Schwangerschaftssymptome ohne Rücksprache und Aufklärung durch deine Hebamme oder deinen Arzt selbst zu behandeln, kann nämlich nicht nur für dich, sondern auch für dein Ungeborenes gesundheitsgefährdend sein. Und die Wassereinlagerungen verschwinden sowieso durch das Ausschwitzen des angesammelten Wassers im Körpergewebe nach der Geburt. Demnach ist diese Beschwerde vergänglich und keineswegs ein Grund zur Sorge für dich als baldige Mama.

 

Entwicklungen des Babys ab der 27. SSW

Das ungeborene Kind in deinem Bauch wächst eifrig und lässt deshalb auch deinen Bauchumfang größer und deinen Bauch härter werden. Es ist nun ungefähr 36 cm groß und hat ein Gewicht von ca. 1000 g, d.h. fast 1 kg. Inzwischen nimmt das Baby ganz schön viel Platz in deiner Gebärmutter ein, trotzdem kann es noch Purzelbäume schlagen und mit den Beinchen und Händchen gegen deine Bauchdecke treten und drücken.

Eine Frühgeburt zu diesem Zeitpunkt hat bereits gute Überlebenschancen, da die Organe beinahe alle vollständig ausgebildet sind und das Frühchen somit „nur“ noch auf einen Inkubator, einen Brutkasten, angewiesen ist.

Dieser versorgt es mit Wärme und Sauerstoff bei seinem letzten Wachstumsprozess außerhalb des mütterlichen Bauchs, da die Lungen noch nicht genügend Surfactant, eine schützende und aktive Schicht der Lunge, gebildet haben. Frühchen können des Öfteren an dem Atemnotsyndrom leiden, welches aber bei guter medizinsicher Versorgung mithilfe bestimmter Medikation zur Lungenreife behandelt werden kann, da dadurch die Entwicklung der Lungen beschleunigt wird.

In der 27. Schwangerschaftswoche (SSW) bildet das Gehirn Furchen, womit allmählich die Entwicklung des Gehirns vollendet wird. Das Blut des Ungeborenen wird inzwischen vom Rückenmark gebildet und versorgt den Kreislauf des Babys mit wichtigen Nährstoffen. Auch der Tastsinn wird entwickelt und akustische sowie visuelle Wahrnehmungen durch Geräusche und Licht sind nun für das kleine Baby in deinem Bauch möglich.



Die meisten Ungeborenen in der 27. Schwangerschaftswoche haben noch nicht die endgültige Geburtsposition, nämlich Kopf nach unten und Füßchen nach oben, eingenommen und können sich somit in Mamas Bauch noch drehen und wenden.

 

Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften

Bei Zwillingen oder Mehrlingsschwangerschaften wird es ab der 27. SSW schon etwas enger für waghalsige Dreh- und Wendemanöver des einzelnen Kindes in deinem Bauch. Vielleicht bist du ja eine der Schwangeren, die gleich zwei oder sogar mehr Babys erwarten.

 

Chancen für Zwillinge oder Mehrlinge

Viele schwangere Frauen stellen sich bereits vor oder am Anfang ihrer Schwangerschaft die Frage, ob es möglich sei, dass sie vielleicht Zwillinge oder Drillinge oder Vierlinge bekommen. Um dies zu beantworten, sollte man den eigenen Familienstammbaum und den des Partners mal näher betrachten.

Gab es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften in der eigenen Familie oder in der Familie des Partners, dann stehen die Chancen, selbst mit einem Zwillingspärchen oder mit Mehrlingen schwanger zu sein, relativ hoch. Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften liegen dann wortwörtlich in der Familie.

Doch auch bei künstlichen Befruchtungen kommt es vermehrt zu Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften, da bei diesem Verfahren in der Regel nicht nur eine Eizelle befruchtet wird, sondern gleich zwei oder mehrere.

 

Diagnose einer Mehrlingsschwangerschaft

Eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft wird meistens zwischen der 5. und 8. Schwangerschaftswoche im Rahmen der ersten Ultraschalluntersuchung diagnostiziert.
Bei Zwillingen unterscheidet man zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen.

Von eineiigen Zwillingen spricht man, wenn ein Spermium eine Eizelle befruchtet und sich diese Eizelle dann in zwei Embryonalanlagen teilt, so dass beide Embryonen jeweils eine Fruchtblase haben, aber die Plazenten von beiden Embryonen ineinander übergehen. Allseits bekannt ist auch, dass eineiige Zwillinge stets das gleiche Geschlecht und das gleiche Erbgut haben.

Bei zweieiigen Zwillingen liegen zwei unabhängig befruchtete Eizellen vor, das heißt zwei unterschiedliche und unabhängige Eizellen werden von je einem Spermium befruchtet, so dass sich die Kinder dann auch in Geschlecht, Augenfarbe, Haarfarbe etc. unterscheiden können.

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Mehrlinge?

Bei jeder 85. Geburt liegt eine Zwillingsgeburt vor, wobei 70 % zweieiig und 30 % eineiig sind. Eine Drillingsgeburt kommt bei jeder 7225. Geburt vor, also wesentlich seltener als eine Zwillingsgeburt. Aber vielleicht bist du eine dieser Ausnahmen.

 

Kennzeichen einer Mehrlingsschwangerschaft

Einige schwangere Frauen, die bereits eine Geburt eines Kindes hinter sich haben, bemerken den Unterschied zwischen einer Schwangerschaft mit „nur“ einem Kind und zwei oder mehreren Kinder relativ früh. Ein auffälliges Kennzeichen einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft sind die verstärkten körperlichen Beschwerden, die sich in Form von Übelkeit am Morgen oder einer relativ zügigen Gewichtszunahme äußern.

Zuverlässig wird eine Zwillingsschwangerschaft bzw. Mehrlingsschwangerschaft selbstverständlich bei der ersten Ultraschalluntersuchung festgestellt. Liegt bei dir eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft vor, so wird dich dein Frauenarzt sicherlich individuell ausführlich darüber aufklären.

 

Tipps für die Mehrlingsschwangerschaft

Es empfiehlt sich, bei einer Zwillingsschwangerschaft einige bestimmte Aspekte zu beachten. Dazu zählt z.B. die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, da dein Körper auch mehr Flüssigkeit benötigt. Bestenfalls trinkst du einmal pro Stunde ein Glas Wasser oder ungesüßten Tee, um somit die Gefahr eines zu niedrigen Blutdrucks oder einer Gestose („Schwangerschaftsvergiftung“) zu minimieren.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bei einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft natürlich genauso wichtig wie bei einer Schwangerschaft mit einem Kind. Dabei ist es sinnvoll, zusätzlich Jod und Eisenpräparate einzunehmen, um einen eventuellen Mangel an diesen Nährstoffen vorzubeugen.

Bei einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften nehmen die betroffenen Schwangeren bedingt durch das doppelte oder mehrfache Kindsgewicht im Bauch mehr zu. Allerdings sollte dies nicht dazu verleiten, eine Diät während der Schwangerschaft zu beginnen, um etwaigen Schwangerschaftspfunden entgegen zu kämpfen, da dies den ungeborenen Kindern schaden kann.

 

Reicht denn der „Platz im Bauch“?

Eine Schwangerschaft mit Zwillingen oder Mehrlingen steht unter größerer Beobachtung als eine „normale“ Schwangerschaft, da der Platz im Bauch der werdenden Mutter für die ungeborenen Kinder enger ist und somit Wehen früher einsetzen können. Vor allem ab dem 7. Schwangerschaftsmonat, d.h. zwischen der 25. SSW und der 28. SSW, kann es zu einigen Komplikationen, wie zum Beispiel verfrühten Wehen, kommen, so dass einige schwangere Frauen ab der 28. SSW nicht mehr arbeiten können und vermehrt Erholung brauchen.

Auch du solltest bei einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft von Anfang an Stress und Überanstrengung vermeiden und dir aufgrund der höheren körperlichen Beanspruchung und möglichen Risiken Ruhe gönnen. Dein Umfeld und dein Partner haben bestimmt Verständnis dafür und werden dich bei deiner Schwangerschaft so gut wie möglich unterstützen.

Eine Schwangerschaft mit Zwillingen oder Mehrlingen verläuft oft kürzer als eine „normale“ Schwangerschaft, da der Platz im Bauch bzw. der Gebärmutter der werdenden Mutter für die zwei oder mehreren ungeborenen Babys im Verlauf der Schwangerschaft enger wird als nur für ein Kind.

Besonders im letzten Trimester wird dies auch für die werdende Mutter spürbar, so dass bei den meisten Schwangeren bereits ab der 37. SSW die Wehen einsetzen und die Geburt jederzeit eintreten kann. Aus diesem Grund sollten Schwangere im dritten Semester einmal pro Woche zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen.

 

Die Geburt von Zwillingen oder Mehrlingen

Steht die Geburt von Zwillingen kurz bevor, hängt es vom Einzelfall ab, ob eine vaginale Geburt möglich, oder ob ein Kaiserschnitt nötig ist. Bei mehr als zwei zu gebärenden Kindern wird fast immer zu einem Kaiserschnitt geraten, da eine vaginale Geburt für die Mehrlinge und die gebärende Frau zu riskant sein kann.

Bereits vor dem zu erwartenden Geburtstermin solltest du dir eine passende Geburtsklinik für die Geburt heraussuchen, die Erfahrung mit Zwillings- und Mehrlingsgeburten hat und bei der möglichst eine Kinderklinik angeschlossen ist. So erhalten die Neugeborenen auch bei Komplikationen eine optimale Versorgung.

Wenn dann das Doppelpack, das Dreiergespann oder das kleine Quartett gesund auf die Welt gekommen ist, dann machen sich viele Mütter Gedanken um die bestmögliche Versorgung der neugeborenen Babys. Das Stillen ist auch bei Zwillingen oder Mehrlingen möglich.

Allerdings muss sich der Körper der frischgebackenen Zwillings- oder Mehrlingsmama erst einmal auf die erhöhte Milchproduktion einstellen, was einige Tage dauern kann. Bei Fragen nach Alternativlösungen, wie beispielsweise dem Abpumpen von Muttermilch, oder Unsicherheiten bezüglich des Stillens fragst du am besten deine Hebamme oder den Frauenarzt deines Vertrauens.

Diese fachlich geschulten Personen kennen deine Situation am besten und können diese daher besser beurteilen und dir somit auch spezielle Fragen am besten beantworten.



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